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Leichtes Laufradsystem

Das Laufrad ist nicht nur in Fahrtrichtung bewegt, sondern muss auch am Drehen gehalten werden. Die sog. dynamische Gewichtsverminderung am Laufrad ist am effizientesten. Man unterscheidet zwischen sog. statischer Gewichtseinsparung an Teilen, die nur in Fahrtrichtung bewegt sind wie z.B. Rahmen und Gabel. Beim Laufrad kommt zur Bewegung in Fahrtrichtung noch die Drehbewegung dazu, die sog. dynamische Gewichtseinsparung macht sich mit jeder Kurbelumdrehung bemerkbar. Je weiter von innen nach aussen am Laufrad leichte Komponenten verbaut sind, desto krafteinsparender und spritziger ist das Laufrad. Es macht also Sinn, leichte Alunippel, leichte Felgen und leichte Reifen zu verbauen. Leichte Speichen und Naben verhelfen dem Gesamtsystem Fahrrad zu Leichtgewicht, gehören aber schon eher zur statischen Gewichtseinsparung.

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Unterlagsscheiben

Warum Unterlagsscheiben?
messingunterlagsscheiben
Zahlreiche Nabenfabrikate (z.B. Shimano) sind bereits ab Werk mit zu grossen Speichenlöchern versehen. Die grossen Fahrradhersteller beharren auf diesen zu grossen Speichenlöchern in den Naben, damit schnell maschinell einspeicht werden kann. Nabenfabrikate von beispielsweise DT Swiss, tune, Chris King oder Campagnolo haben keine zu grossen Speichenlöcher.

Ist das Speichenloch bei einer Nabe zu gross, dann geschieht Folgendes: Beim Abrollen des Rads wird die Verbindung Nabe / Speiche starkt beansprucht, die unteren Speichen werden entlastet, die oberen Speichen werden belastet und die Speiche bewegt sich ruckartig. Es finden auf 2000 gefahrene Kilometer circa 1 Million Lastwechsel statt!

Hat die Speiche auch nur das geringste Spiel im Speichenloch der Nabe sind langfristig Defekte vorprammiert, es brechen die Speichenköpfe ab. Am meisten betroffen sind die Speichen an der Antriebsseite am Hinterrad.
Wie „Laufrad-Guru“ Gerd Schraner schön sagt, gibt es des Laufradbauers Gold: die Messing-Unterlagsscheiben. Diese setzen wir vor allem bei Shimano Naben ein, um das zu grosse Spiel zwischen Speichenloch der Nabe und der Speiche auszugleichen. Die Messingunterlagsscheibe verformt sich tricherartig und vergrössert zusätzlich die Flanschdicke, die Speiche sitzt absolut spielfrei in der Nabe. Dieser kleine „Trick“ liefert einen wesentlichen Beitrag zur Laufradqualititat und bringt als Mehrwert auch eine unverwechselbare, individuelle Optik ans Laufrad.

Speichenvorspannung

Sitzt die Speiche als Grundvoraussetzung spielfrei in der Nabe, ist es die Aufgabe des Laufradbauers die Speichenvorspannung zu optimieren. Die optimale Speichenvorspannung stellt sicher, dass die Speiche langfristig spielfrei in der Nabe und der Felge sitzt und – am wichtigsten – dass Steuerimpulse, Brems-, und Antriebskräfte direkt und effizient übertragen werden.

Günstige / maschinell produzierte Laufräder brillieren oft durch eine zu schwache Speichenvorspannung – aus okönomischen Gründen. Laufräder mit optimaler Speichenvorspannung benötigen Felgen, Naben und Speichen hoher Qualität und das Erreichen der richtigen Vorspannung benötigt Zeit und Erfahrung.

Ein „weiches“ Laufrad mit geringer Speichenvorspannung fühlt sich schlapp an und reagiert nur zögerlich auf Steuer-, Brems- und Antriebsimpulse des Fahrers. Als unangenehmer Nebeneffekt kommt es bei „weichen“ Laufrädern auch dazu, dass sich die Nippel ständig lösen und das Rad immer wieder nachzentriert werden muss. Einziger „Vorteil“ – zumindest für den kurzfristig denkenden Hersteller – eines „weichen“ Laufrad ist, das es schnell gebaut und zentriert ist.

Ein Rad mit optimaler Speichenvorspannung fühlt sich „spritzig“, direkt und kraftsparend an. Eine hohe, optimimierte Speichenvorspannung bringt Ruhe ins Laufrad, genauer gesagt Ruhe ins Speichengerüst, das Laufrad „steht“. Wird das Laufrad kurzfristig z.B. radial durch einen Sturz oder Schlag überbelastet, dann können sich optimal vorgespannte Speichen gegenseitig helfend unterstützen, das Rad „steht“ weiterhin und muss nicht nachzentriert werden.
Ein gut gespanntes Rad bringt in der Herstellung erhebliche Mehrarbeit. Die Speichen verdrehen sich unter der hohen Spannung viel stärker, diese Speichen müssen deshalb teilweise mit einer Spezialzange gehalten werden und das Laufrad wird während dem Zentriervorgang mehrfach “abgedrückt”. Zum Messen der Speichenvorspannung benützen wir einen Speichenspannungsmesser/Tensiometer von Park Tool.

speichenspannungsmesser_klein

Binden und Löten bringt zusätzliche Ruhe ins Speichengerüst und trägt nochmals erheblich dazu bei ein Lite Tech Laufrad langlebig, leichtlaufend und antriebseffizient zu machen.

gebunden_gelötet_SW

Mittigkeit der Felge

Beim Vorspannen der Speichen und Zentrieren des Rades ist es für den Geradeauslauf des Fahrrads enorm wichtig, dass die Felge mittig zu den seitlichen Endpunkten der Nabe steht. Am Vorderrad ist das durch die Symetrie der Vorderradnabe eher einfach. Die Hinterradnabe ist hingegen asymetrisch, d.h. die Nabenflansche haben nicht den gleichen Abstand vom linken und rechten Endpunkt der Nabe. Die Hinterradnabe nimmt die Ritzel/Kassette auf (von 1 bis aktuell 11 Ritzel, je nach Kassette) und somit rutscht der rechte Nabenflansch nach innen.

Nabe_Mittigkeit

Bei den meisten maschinell erzeugten Laufrädern stehen v.a. am Hinterrad die Felgen nicht mittig zu den Endpunkten der Nabe. Die Felge steht meist zu weit links, da es schwierig ist durch die Asymetrie der Hinterradnabe die Felge perfekt einzumitten, resp. relativ stark nach rechts zur Antriebseite hinzuziehen.
Das Resultat eines nicht mittig zentrierten Rades ist ein unvollkommener Geradeauslauf des Fahrrads, das Rad zieht zur Seite. Das kann soweit gehen, dass Freihändig-Fahren unmöglich ist. Asymetrisch zentrierte Laufräder können auch Genick-, Gelenks bis sogar Hüftschmerzen auslösen.

Dass ein Lite Tech Laufrad perfekt mittig zentriert ist, müssen wir hier nicht betonen.

Mittiges_Hinterrad

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